Stück Käse

Warum „tolle Geschäftsideen“ so oft Käse sind

Ein großer Irrtum: Bedarfsanalyse und Geschäftsidee

Immer wieder spreche ich mit Leuten, die mir ihre „tolle Geschäftsidee“ beschreiben. Die eine Goldader entdeckt haben. Denen aufgefallen ist, dass die Welt ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung braucht und die sich nun krampfhaft überlegen, wie sie diese Goldader nutzen könnten.

Das Problem ist nur:

So einzigartig ist diese Idee meist gar nicht. Und die Welt hat oft auch nicht darauf gewartet.

Vor allem: Da das Produkt oder die Dienstleistung auf einen (vermeintlichen) Bedarf hin entwickelt wurde, steckt oft wenig Herzblut darin, sondern eher Kalkül und Profitgedanken. Das sind aber denkbar schlechte Voraussetzungen für ein einzigartiges Angebot, dass einen Kunden überzeugt.

Wie könnte ich meine Idee zu Geld machen?

Den Gedanken

Womit könnte ich Geld verdienen?

könnte man auch etwas drastischer so beschreiben:

Was könnte ich meinen Kunden andrehen?

Damit wird deutlich, wo der eigentliche Fehler dieser Sichtweise liegt.

Viel besser: Herzblut und Engagement

Das Geldverdienen oder das Finden von möglichst vielen Kunden steht besser erst einmal im Hintergrund. Viel wichtiger sind die Fragen:

  • Was habe ich zu geben?
  • Wo liegt meine eigene Begeisterung?
  • Hinter welchem Angebot kann ich voll und ganz stehen?
  • Was ist mein Beitrag, die Welt ein wenig besser zu machen?
  • Würde ich diesen Weg auch gehen, wenn ich damit gar kein Geld verdienen könnte, oder mache ich das ganze nur um des Gewinns wegen?

In meinen Augen sind genau das die Gedanken, die erfolgreiche Unternehmer antreiben.

Da steht nicht das Geld im Vordergrund, sondern die Mission, der man folgen möchte.

Der wirtschaftliche Erfolg ist zweitrangig, stellt sich aber in solchen Fällen viel eher ein, als wenn man von vornherein profitorientiert denkt und handelt.

Natürlich ist dann der Weg noch nicht zu Ende. Wenn man selber von seinem Angebot begeistert ist, gilt es, auch andere davon zu überzeugen. Und das kann ein weiter und langer Weg sein.

Dieser Weg gründet sich aber, wenn man seinem Herzen folgt, auf einer soliden Basis, nämlich einem Angebot, das es wert ist, sich mit seiner ganzen Kraft dafür einzusetzen.

mach etwas!

 

 

 

Über Michael Omori Kirchner

Michael Omori Kirchner

Meine Herzensangelegenheit als Business-Coach ist es, Fotografen und anderen Kreativen dabei zu helfen, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können.

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Photobusiness Bootcamp

Grundlagen für ein erfolgreiches Photobusiness

Seminar am 6. Januar 2017 in Hildesheim (Niedersachsen)
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6 Kommentare

  • Helge Peters 22. Februar 2015   Antwort →

    Ähnlich erging es mir. Meine ursprüngliche Idee war ein mobiles Fotostudio für die kleineren Privatkunden. Den Kd. die Scheu vor einem anonymen Studio nehmen, den Müttern die Arbeit ihre Lütten anzuplünnen, war Grundgedanke. Jetzt fotografiere ich vorwiegend Hochzeiten und Kindergärten. Und genau dort kann ich die Stärken meines einfühlsamen Wesens perfekt ausspielen!

  • Marius 27. März 2015   Antwort →

    Hallo Michael,

    mit deinem Beitrag triffst du den Nagel auf den Kopf. Wer keinerlei Leidenschaft für sein Thema mitbringt und nur des Geldes wegen ein Unternehmen gründet wird es – vor allem in harten Zeiten, und die macht jedes Unternehmen durch – sehr schwierig haben, sich langfristigen Erfolg zu erarbeiten.

    Dennoch will ich an der Stelle zwei wichtige Punkte ergänzen / erweitern, die meines Erachtens differenziert betrachten werden müssen.

    1. Profitstreben per se ist nun der Grundgedanke eines jeden Unternehmens und daran ist auch gar nichts verwerfliches. Nur so können Angestellte bezahlt, neue Produkte entwickelt und Staatsausgaben gedeckt werden. Wichtig ist es nur, dass nicht NUR Profitstreben ein Unternehmen lenkt. Vgl. moral hazard Probleme im Zuge der Finanzkrise 2007/08ff.

    2. „Nicht nur Profitstreben“ heißt dabei aber NICHT, dass man den heute modernen Anspruch an die eigene Arbeit ein Quell unendliche Freude, Herzlichkeit und Leidenschaft zu sein von der Hochzeitsfotografen-GIlde übernehmen muss. Ein Blick auf die vielen erfolgreichen Unternehmer und Mittelstands-GF unserer Region ist doch Beweis genug, dass man auch eine Faszination für Schrauben (Würth, Künzelsau), Hochdruckreiniger (Kärcher, Winnenden) oder Baustoffe (HeidelbergCement, Heidelberg) entwickeln kann. Viel wichtiger ist, dass aus unternehmerischen Antrieb eine ehrliche Leidenschaft für ganz unterschiedliche Branchen entstehen kann.

    Das ist übrigens auch ein Grund warum ich deinen Blog so schätze, Michael. Herzblut heißt eben nicht nur: „Wir machen alle tolle Fotos von Gänseblümchen, Babypopos und lachenden Hochzeitspaaren“. Herzblut kann auch bedeuten: „Wie reißen uns für unseren Kunden den A… auf, um ihm ein qualitativ hochwertiges Ergebnis in professioneller Art und Weise abzuliefern“. Einfach aus dem Grund, weil gute Arbeit intrinsisch motiviert, ganz ohne Vintage-Filter.

    Just my two cents
    Marius

  • Michael Omori Kirchner 27. März 2015   Antwort →

    Genauso war es gemeint, Marius.
    Das Geld sollte nicht im Vordergrund stehen, darf aber andererseits auch nicht vernachlässigt werden.
    Eine gute Balance ist wichtig.

    Gruß Michael

  • Matthias Barth 24. Januar 2016   Antwort →

    Hallo Michael,
    ich liebe deine Interpretation der Frage „Womit könnte ich Geld verdienen“! Ich finde die Geschäftsidee wird generell überbewertet. Wenn jeder eine einzigartige, tolle Idee bräuchte, würde niemand mehr ein Restaurant, einen Laden, ein Dienstleistungsunternehmen oder einen Online-Shop eröffnen.
    Doch auch wenn du auf ein altbekanntes Geschäftsmodell setzt, kannst du daraus ein einzigartiges Unternehmen machen. Neulich kam ich schwer beeindruckt vom The-Venture Businessplan-Wettbewerb zurück. Das war schon toll, wie die Gründer da aus der selben Idee vollkommen unterschiedliche Geschäftsmodelle gezaubert haben. Hier mein Bericht dazu: http://www.startworks.de/einzigartige-geschaeftsideen/
    Doch dafür braucht es Leidenschaft und Spaß am Unternehmen zu arbeiten.
    Liebe Grüße,
    Matthias

  • Max 19. September 2016   Antwort →

    Vielen Dank für diesen Beitrag, ich kann nur zustimmen!
    Ohne Herzblut und Engagement geht es einfach gar nicht, ich habe die Erfahrung gemacht das Geld von ganz alleine kommt, sobald man(n) genug Herzblut und Engagement in sein Projekt gesteckt hat.

    Ganz blauäugig darf aber auch nicht an das Projekt gegangen werden, etwas Marktanalyse darf es schon sein.

    Grüße,
    Max

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