Unser Hobby zum Beruf machen

Markus Albers beschreibt in seinem Buch “Meconomy” einen grundsätzlichen Wandel in der Gesellschaft: “Wir machen unsere Hobbys zum Beruf und verlegen unseren Lebensmittelpunkt dorthin, wo wir am glücklichsten und produktivsten sind” und führt fort “Wer sich statt auf seine Leidenschaften und Fähigkeiten weiter auf staatliche Netze, gelernte Routinen und den vertrauten Arbeitsalltag verlässt, wird es schwer haben, wird vermutlich zu den Verlierern gehören”.

Albers war Managing Editor bei der Zeitschrift Vanity Fair und kündigte diesen Job, um sich selbst zu beweisen, dass das, was er selber Easy Economy oder auch “Meconomy” nennt, auch im realen Leben und sogar während einer Wirtschaftskrise funktioniert: Die kleine “Ich-AG”, die sich ihre Kunden im Internet sucht und selbstbestimmt, räumlich unabhängig und vernetzt innovative Dienstleistungen anbietet.

Eine der wichtigsten Thesen seines Buchs ist, dass eine reine Anwesenheit in einer Firma nicht mehr relevant sein wird. Immer mehr Tätigkeiten lassen sich vom Home-Office aus oder auch vom Ferienhaus in der Provence aus erledigen. Collaboration-Tools, Breitband-Internet-Anbindung und virtuelle Assistenten machen es möglich. Und immer mehr Menschen nehmen eine Einschränkung bei Verdienstmöglichkeiten oder Karriereaussichten in Kauf, wenn sie sich dafür selbstbestimmter und letztendlich auch engagierter ihrer Tätigkeit widmen können.

Wer nun aber meint: “Super, dann mache ich doch mein Hobby zum Beruf”, handelt unter Umständen etwas zu vorschnell. Nur weil sich die etablierten Berufsmodelle verändern, heisst das noch lange nicht, dass sich jeder Berufsaussteiger mit einer Töpferschule oder einer Tätigkeit als Fotograf selbständig machen sollte. Im selben Maße, wie die Freiheit des Einzelnen wächst, wächst nämlich auch die Konkurrenzsituation. Gerade in Bereichen, in denen viele Menschen meinen, Talent zu besitzen, werden die Erfolgsaussichten eher kleiner als größer.

Das Buch von Markus Albers ist kein Ratgeber, auch wenn es viele Anregungen und Tipps enthält, sondern eher eine gesellschaftspolitische Standort-Bestimmung bzw. Zukunftsperspektive.

Albers geht auf viele in den letzten Jahren aktuell gewordenen Arbeitstechniken wie “Lifehacking” oder “Getting things done” ein, beschreibt infrastrukturelle Entwicklungen wie Coworking-Spaces und Desksharing-Angebote. Außerdem stellt er die neuen “Laptop-Unternehmer” vor, die nur mit ihrem Laptop und einer guten Geschäftsidee ein erfolgreiches Unternehmen gegründet haben, oder Auswanderer, die in Asien eine neue Existenz aufgebaut haben.

Manchmal gleitet der Autor für meine Begriffe zur sehr in Richtung Kulturgeschichte oder Philosophie ab, findet dann aber doch wieder den Bogen zurück zum praktischen Bezug.

Weite Teile des Buchs bestehen aus Zitaten aus Wirtschaftsmagazinen oder Interviews mit Vorreitern der Meconomy wie Timothy Ferris, Jochen Mai, Florian Steglich oder Johannes Kleske. Durch die kluge Wahl dieser Interview-Partner ist es dem Autor gelungen, ein umfassendes Bild der aktuellen Entwicklungen zu zeichnen.

Konsequent seinen eigenen Ideen folgend hat Albers das Buch ohne großen Verlag im Rücken im Eigenverlag herausgebracht. Erst einmal sogar nur als eBook, dann aber auch als gedrucktes Buch.

Fazit: Ein spannend zu lesendes Buch, das die aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Gründerszene treffend beschreibt.

Mehr Informationen bei Markus Albers und bei Amazon.

Bildnachweis: Dominik Butzmann

 

 

 

Über Michael Omori Kirchner

Michael Omori Kirchner

Meine Herzensangelegenheit als Business-Coach ist es, Fotografen und anderen Kreativen dabei zu helfen, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können.

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Photobusiness Bootcamp

Grundlagen für ein erfolgreiches Photobusiness

Seminar am 6. Januar 2017 in Hildesheim (Niedersachsen)
Seminar am 9. Februar 2017 in Stuttgart

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