Preisverhandlung

Der schlechteste Spruch bei Preisverhandlungen

Wenn man als Kreativer ein Angebot an einen Kunden übergibt, ist es wichtig, das selbstbewusst und zuversichtlich zu tun.

Ein befreundeter Mitarbeiter einer Werbeagentur hat mir letztens von einem Fotografen berichtet, der seinen schriftlichen Kostenvoranschlag dem Kunden mit den Worten “ … aber am Preis soll es nicht scheitern …“ übergeben hat.

Ich überlege mir, was ich als Kunde in diesem Moment gedacht hätte. Entweder ist in dem Angebot noch so viel Luft, dass man es keinesfalls akzeptieren sollte. Oder das Angebot ist in Ordnung, aber der Fotograf hat den Auftrag so nötig, dass er notfalls auch für einen Hungerlohn arbeiten würde.

Beides macht einen sehr schlechten Eindruck und als Kunde wäre ich verunsichert und würde mir überlegen, ob dieser Fotograf der richtige für den Job ist.

Auch wenn Du den Job sehr gerne machen möchtest …

Natürlich gibt es Fälle, in denen man um ein Angebot für einen Job gebeten wird, den man wirklich sehr gerne machen würde. Entweder weil das Thema sehr reizvoll ist oder man scharf auf die Referenz dieses Kunden ist (bei einem großen renommierten Unternehmen beispielsweise). Oder weil man gebeten wird, einen Prominenten zu fotografieren, den man ohnehin schon immer einmal kennenlernen wollte (und mit dem man wunderbar angeben kann).

In diesen Fällen würde man, nur um den Auftrag zu bekommen, vielleicht sogar umsonst arbeiten. Das Problem ist: Der Auftraggeber erwartet perfekte Leistung und die, das weiß er, hat seinen Preis. Wenn jetzt ein unerwartet niedriges Angebot kommt, dann freut er sich in aller Regel nicht über das gesparte Geld, sondern er argwöhnt, dass dann auch die Leistung nicht hundertprozentig sein kann. Oder er vermutet, dass der Fotograf offensichtlich nicht so gut im Geschäft ist, wie erhofft (was auch wieder Rückschlüsse auf Qualität und Erfahrung zulässt).

… vertritt selbstbewusst Deinen Preis!

Der Spruch „… aber am Geld sollte es nicht scheitern ..“ sollte also bei Angebotsabgabe niemals fallen. Jeder Fotograf tut gut daran, seinen Tagessatz zu kennen und den bei Preisverhandlungen auch selbstbewusst zu vertreten.

Das ganze gilt zumindest bei kommerziellen Aufträgen. Etwas anders sieht es aus, wenn freie Arbeiten für das eigene Portfolio umgesetzt werden oder wenn für wohltätige Zwecke gearbeitet wird.

Lass Dich nicht mit Folgeaufträgen ködern

Die kostenlose oder kostengünstige Arbeit für einen mittellosen Unternehmensgründer oder für einen Auftraggeber, der mit lukrativen Folgeaufträgen winkt, fällt allerdings nicht unter die Rubrik „Wohltätigkeit“ oder „Investition in die Zukunft“, sondern in den meisten Fällen in die Rubrik „Dummheit“.

Denn weiter empfohlen werden vor allem Kreative, die hochwertige Arbeit zu einem vernünftigen Preis anbieten. Nicht aber Leute, die sich abzocken lassen.

 

 

 

Über Michael Omori Kirchner

Michael Omori Kirchner

Meine Herzensangelegenheit als Business-Coach ist es, Fotografen und anderen Kreativen dabei zu helfen, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können.

Mehr über mich

Photobusiness Bootcamp

Grundlagen für ein erfolgreiches Photobusiness

Seminar am 6. Januar 2017 in Hildesheim (Niedersachsen)
Seminar am 9. Februar 2017 in Stuttgart

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